Herausforderung Afghanistan – Mitarbeiter im Ausland

Mitarbeiter in gefährdeten Gebieten im Ausland

Ausgangssituation

Ein von uns betreutes Unternehmen erhielt durch das Bundesverteidigungsministerium den Auftrag, Arbeiten in Kundus sowie Mazar-i-Sharif durchzuführen.
Der Auftrag war sehr lukrativ und das Unternehmen hatte schon zahlreiche Auslandsaufträge wahrgenommen.
Das Risikopotential für die Mitarbeiter war zuvor jedoch nie so groß wie bei diesem Mal.
Neben den Mitarbeitern musste auch das Arbeitsgerät (Maschinen, Werkzeuge) gegen Schäden durch kriegerische Ereignisse versichert werden.

Herausforderung

Aufgrund der politischen Lage in Afghanistan machte sich die Geschäftsführung ernsthafte Sorgen darüber, ob Mitarbeiter diesem Risiko ausgesetzt werden können.
Bei vorhergehenden Einschätzen dieser Art hatte das Bundesverteidigungsministerium eine Risikovorsorge bereitgestellt. Bei diesem Mal war das leider nicht so. Aus diesem Grund war das Unternehmen auf sich alleine gestellt, die Mitarbeiter mit entsprechendem Schutz auszustatten.

Zielsetzung unserer Arbeit

Der Mandant hat uns damit betraut, ein Versicherungskonzept zu erstellen, welches die Mitarbeiter sowie das Arbeitsgerät bestmöglichst für alle Eventualitäten absichert und der sozialen Verantwortung des Unternehmens gerecht wird.

Die Maßnahmen im Einzelnen

Zusammen mit dem Unternehmen haben wir erörtert, welchen besonderen Afghanistan-Risiken die Mitarbeiter ausgesetzt sein könnten.
Hier wurden auch Empfehlungen des auswärtigen Amts herangezogen.
Besonders wichtig war dem Unternehmen die Absicherung des passiven Kriegs-, sowie des Entführungsrisikos.

Privates Kriegsrisiko
In nahezu allen Versicherungsbedingungen gelten „Schäden im Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen“ grundsätzlich ausgeschlossen.
Unter „passivem Kriegsrisiko“ ist zu verstehen, dass der Versicherte nicht aktiv an kriegerischen Handlungen teilnimmt, aber als Opfer solcher Handlungen versichert ist.
Offiziell handelte es sich in Afghanistan nicht um ein Krigsgebiet, doch haben nahezu alle Versicherer Afghanistan generell ausgeschlossen.
Wir haben uns dann an einen international agierenden Versicherer gewandt, von dem wir wussten, dass dort andere in Afghanistan agierende Unternehmen versichert sind.
Dieser Versicherer hat sich deshalb auf dieses Problem eingestellt und einen speziellen Deckungsrahmen für solche Auslandseinsätze angeboten.

Entführungsrisiko
Nur wenige Versicherer, die sich auf solche risikoreichen Auslandsentsendungen spezialisiert haben, bieten die passenden Konzepte dafür an.

Das Ergebnis

Pünktlich zum Beginn des Einsatzes stand ein Versicherungskonzept bereit, welches den Mitarbeitern vorgestellt wurde. Gleichzeitig war für das Personal ein Personenschutzprogramm der Bundeswehr erarbeitet worden.
Den Mitarbeitern war nun freigestellt, ob sie sich für den Einsatz zur Verfügung stellen und die Herausforderung annehmen möchten.
Unter diesen Voraussetzungen konnte das Unternehmen die Mitarbeiter ohne große Sorge entsenden.
Unternehmer und Unternehmen gehen täglich Risiken ein. Versicherungsschutz fördert die Risikobereitschaft in ihrem Handeln.
Durch die Möglichkeit auf „Spezial-Versicherer“ zurückzugreifen, gelang es Partner zu finden, die das besondere Risiko übernahmen.
Zwischenzeitlich sind die Mitarbeiter wohlbehalten und mit einem Mehr an Lebenserfahrung nach Deutschland zurückgekehrt.

 

Autor: Peter Echter

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