Schutz der Familie vor Haftungsrisiken des Unternehmens

Bei einem stark wachsenden Unternehmen soll die junge Familie des Inhabers vor den Haftungsrisiken des Unternehmens geschützt werden.

Ausgangssituation

In einem Familienunternehmen war kürzlich der Nachfolgeprozess abgeschlossen worden, der Sohn hatte den Betrieb von seinem Vater übernommen und führte ihn nun in dritter Generation.
Um das Unternehmen zukunftsfähig zu erhalten, plante der Junior eine mehrere Millionen Euro umfassende Investition in eine neue Produktlinie.
Bestehende Bankdarlehen waren besichert durch Grundschulden mit Übernahme der persönlichen Haftung und persönlichen Bürgschaften. Die Besitzgesellschaft wurde in der Rechtsform einer Einzelgesellschaft geführt.

Herausforderung

Aufgrund der Rechtsform der Besitzgesellschaft und den persönlichen Bürgschaften war das Privatvermögen der Familie im Ernstfall nicht vor einem Haftungsdurchgriff der Banken geschützt.
Im Lauf der Jahrzehnte hatte sich ein Vermögen aufgebaut, das die Familie nachhaltig versorgen konnte.
Der Junior ist selbst bereits vierfacher Vater. Er wollte seine Familie vor den möglichen Risiken aus der Firma schützen – insbesondere angesichts der geplanten Investitionen und dem starken Wachstum.

Zielsetzung unserer Arbeit

Bereinigung aller bestehenden Bankdarlehen von der persönlichen Haftung, um die Familie vor dem unternehmerischen Risiko zu schützen.
Die Besicherung der neuen Finanzierungen sollte auf das Firmenvermögen beschränkt bleiben.

Die Maßnahmen im Einzelnen

In Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfer und Notar wurde die Besitzgesellschaft in eine GmbH & Co. KG umgewandelt.
Mit der Umwandlung wurde zeitgleich erreicht, dass alle Grundschulden mit persönlicher Haftung in Grundschulden ohne persönliche Haftung umgewandelt werden konnten.
Das Reporting an die Banken wurde verbessert und intensiviert. Im Gespräch mit den Banken konnte das Rating auf „Investmentgrade“ angehoben werden.
Die persönlichen Bürgschaften des Unternehmens konnten mit Hinweis auf das verbesserte Reporting und Rating aufgehoben werden.
Die Investitionen fragten wir in Form einer Ausschreibung bei den bestehenden Finanzierungspartnern und bei neuen Banken an. Die damit entstandene Konkurrenzsituation ermöglichte eine Finanzierung, die lediglich über Sicherungsübereignung bzw. im Rahmen der bestehenden Grundschulden (mittlerweile ohne persönliche Haftung) besichert war – bei gleichzeitig äußerst attraktiven Konditionen.

Das Ergebnis

Die neue Produktlinie wurden vom Markt hervorragend aufgenommen. Das Unternehmen wuchs in den letzten Jahren konstant – bei gleichzeitig steigender Ertragsquote. Die Bankenstruktur ist auf breitere Beine gestellt, alle Finanzierungsgeber werden laufend über die betriebswirtschaftliche Situation informiert. Das Rating hält sich konstant im „Investmentgrade“.
Die Familie ist vor den Risiken aus dem Unternehmen abgeschirmt; das Privatvermögen wird durch unser Family Office betreut und trägt zu einer auskömmlichen Versorgung der Familie bei. Die starke Abhängigkeit des Vermögens vom Unternehmen haben wir abgebaut.
Der Unternehmer ist in seinem Handeln unabhängig und denkt mittlerweile über den Zukauf eines weiteren Produktionswerkes nach.

 

Autor: Christoph Reiter

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